Urmel und sein Bruder Teddy waren noch ganz klein, als sie in Hildesheim im Wald in einem Einkaufstrolley ausgesetzt wurden. Zum Glück wurden die beiden schnell gefunden und kamen zunächst ins Tierheim nach Hildesheim.

Die Tierheimmitarbeiter riefen uns an und fragten, ober wir einen Platz für die beiden haben – und wir hatten.

Urmel und Teddy ….
… die beiden Brüderchen.

So kamen Urmel und Teddy zu uns. Sie waren so unglaublich niedlich. Sicherlich ist das auch der Grund, weshalb sich manche Leute kleine Schweinchen – vermeintlich „Minischweine“ für die Wohnung anschaffen, um nach einiger Zeit festzustellen, dass die Schweinchen größer werden als geplant (nicht selten über 100Kg!) und dass die Schweinchen auch etwas mehr brauchen, als eine Wohnung, um glücklich zu sein.

Als die beiden anfingen, unsere Betty zu besteigen, waren wir gezwungen, sie kastrieren zu lassen. Da passierte etwas, was wir wohl nie überwinden werden: Der kleine Teddy ist bei der Kastration gestorben. Es ist nicht mit Worten zu beschreiben, wie schlimm das für uns war und noch immer ist.

Noch am selben Abend beschlossen wir, dass Urmel nun zunächst zu uns ins Haus ziehen muss, denn er war ja noch so klein. Er benahm sich von Anfang an vorbildlich. Gerne schlief er in seinem Hundekörbchen in der Küche. Er hat auch nie ins Haus gemacht. Manchmal kam er auch Abend mit auf das Sofa gekrochen und schnarchte dort so laut, dass wir den Fernseher lauter stellen mussten um etwas zu verstehen.

Urmel in seinem Körbchen in der Küche

So ging das mehrere Monate und Urmel wurde immer größer. Er ging dann mehr und mehr gerne raus zu Betty um sie zu nerven. Betty nahm das immer gelassen hin. Dann kam der Tag, an dem Urmel das erste Mal abends nicht mir rein wollte. Er wollte bei Betty im Stroh schlafen. Es ist unglaublich, wie aufgeregt wir waren, weil unser Urmelmann nachts draußen war. Aber am Morgen kam er dann wieder und stand vor der Terrassentür – er war ja hungrig. So ging das dann einige Wochen bis Urmel beschloss immer bei Betty zu bleiben. Das haben wir natürlich akzeptiert – wenn auch ungern 🙂

Nach mehreren Monaten war Urmel auch gar nicht mehr klein. Als bei uns die Pferdewage war, um die Pferde zu wiegen (es ist immer wichtig zu wissen, wie schwer ein Tier ist z.B. für Narkosen), kletterte auch Urmel auf die Waage. Das stolze Ergebnis: 99Kg!

Urmal (l.) und Betty (r.) im Stroh

Auch hier hat der Mensch es leider geschafft, durch Züchtung den Tieren unendliche Qualen zuzufügen: Abgesehen davon, dass diese „Hängebauchschweine“ extrem dick werden, was man selbst mit bester Ernährung nur sehr schwer in den Griff bekommt, bekommen sie an der Stirn dicke Fettschichten, die dafür sorgen, dass sich über den Augen dicke Falten bilden. Zwischen diesen Falten sammelt sich Dreck und Staub zusammen mit Schweiß. Das führt zu Jucken und entzündlicher Haut. Dazu kommt noch, dass diese dicken Falten die Augen zudrücken, sodass die Tiere nur noch ganz wenig sehen können.

Wie lieben Urmel so wie er ist! Er ist ja auch unser lieber „Brumskimann“